Landschaft


Wie alle Inseln der Kanaren ist auch El Hierro vulkanischen Ursprungs. El Hierro ist die jüngste Insel der Kanaren mit etwa 1,12 Millionen Jahren. El Hierro ist nicht, wie die Nachbarinseln, von tiefen Schluchten zerfurcht – quer über El Hierro zieht sich die bewaldete Gipfelregion der Vulkanberge, die Cumbre. Die Besonderheit der Landschaft auf El Hierro ist die extreme Höhenlage im Vergleich zur geringen Fläche der Insel. Die höchsten Erhebungen auf der Insel erreichen bis zu 1.500 m Höhe, daher ist die Küstenlinie der Insel auch stark von atemberaubenden Steilklippen geprägt. Die Landschaft der Insel El Hierro weist verschiedene Gegensätze auf, wie karge Lavawüste und subtropische Vegetation. Die Region des Nebelwaldes, Kiefernwälder, aber auch Obsthaine und üppiges Weideland und Ananas- oder Bananenplantagen, prägen das Landschaftsbild von El Hierro unterschiedlich. Auf der gesamten Insel gibt es keinen größeren Bach oder gar einen Fluss. Einige, allerdings spärliche Quellen, lassen das Wasser der Niederschläge aus den Felsen rinnen. Die wunderbare Landschaft und die einzigartige Vegetation zählen seit dem Jahr 2000 zum Biosphärenreservat, zu dem die Insel von der UNESCO ernannt wurde.


Die Landschaft auf El Hierro kann grob in drei Landschaftsformen gegliedert werden:


Die Hochebene im Nordosten der Insel


Die Hochebene war früher sehr stark bewaldet, durch Abholzung und Waldbrände, aber auch durch Erosion und die Weidewirtschaft entstanden dort zahlreiche kahle Flächen. Im Gegenzug wurde aber durch die entsprechende Bewässerung auch für eine üppige Vegetation mit sattem Grün gesorgt. Noch immer sind dort die ursprünglichen Lorbeerwälder zu finden und auch die kanarische Fichte gehört zum Bestand im Hochland der Insel.


Das Tal El Golfo im Nordwesten der Insel


Entgegen den bisherigen Annahmen, dass das Tal El Golfo ein Teil eines alten, zur Hälfte im Meer versunkenen, Riesenkraters sei, konnte nachgewiesen werden, dass das Tal durch Erosion einer großen Inselmasse entstanden ist. Hier soll sich ein riesiger Vulkan immer höher aufgetürmt haben, bis er schließlich unter seinem eigenen Gewicht bracht. Das Tal El Golfo ist heute die fruchtbarste Region der Insel El Hierro und wird somit auch vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.


Die abfallende Ebene El Julan im Südwesten der Insel


Eine riesige Fläche zieht sich von den Hochweiden von Dehesa mit der Ebene El Julan mit einem starken Gefälle über den Südwesten der Insel. Von der etwa 1.400 m hohen, bewaldeten Region der Vulkangipfel fällt die Region im Südwesten von El Hierro bis auf eine Höhe von 100 m ab. Diese Region ist vorwiegend von trockenen Vulkanlandschaften, Steilküste und vegetationslosen Felsen geprägt.



Geographie


El Hierro ist mit einer Fläche von nur 278 m² die kleinste Insel der Kanaren. El Hierro ist zudem auch die westlichste der Kanarischen Inseln. Trotz der kleinen Fläche, die eine dreieckige Form aufweist, hat diese Insel eine wundervolle Vielfalt an Landschaftsattraktionen zu bieten. Aufgrund der schönen und halbmondförmigen Bucht wird El Hierro oft auch als Halbmondinsel bezeichnet.
Die geologische Geschichte der kleinsten Insel der Kanaren begann vermutlich bereits vor 100 Millionen Jahren unter dem Meer. Verschiebungen der Platten im Meeresboden rissen vermutlich zu dieser Zeit auf und Magma stieg hervor. Dieses erstarrte und bildete langsam eine Insel. Zu den Urzeiten war die Insel wahrscheinlich über 2000 m hoch und auch flächenmäßig viel größer. Ein sehr starkes Erdbeben war vor etwa 50.000 Jahren wohl die Ursache dafür, dass sich die ursprüngliche Westseite der Insel ablöste und ins Meer rutschte.
Danach war nur noch der Ostteil der ursprünglichen übrig. El Hierro ist die Insel, die am meisten Vulkankrater aufweist – seit dem letzten Vulkanausbruch sind jedoch bereits mehr als 200 Jahre vergangen.


Flora


El Hierro beheimatet, wie auch die anderen Kanarischen Inseln, zahlreiche endemische Pflanzenarten. In den Hochlagen können noch Lorbeerwälder aus Urzeiten bewundert werden. Wälder aus kanarischen Fichten sind ebenfalls ursprünglich auf El Hierro, wogegen die oftmals zu bewundernden Eukalyptusbäume eingeführt worden sind. Im Westen der Insel bildet El Sabinar eine besondere Art der Flora. Die Bäume in dieser Region sind durch den jahrelangen Wind entsprechend gebogen und weisen teilweise sonderbare und faszinierende Formen auf. Die niedrigen Regionen des Südens von El Hierro sind eher spärlich mit Vegetation ausgestattet. Hier wachsen vorwiegend Pflanzen, die mit sehr wenig Wasser auskommen können. Die Kanarenpalme ist ebenfalls auf El Hierro zu finden sowie der kanarische Drachenbaum. 


Fauna


Zahlreiche Vögel leben auf der Insel El Hierro, darunter auch der Ur-Kanarienvogel. Dieser hat jedoch keine Ähnlichkeit mit den Kanarienvögeln, die in unseren Regionen als Haustiere gehalten werden. Falken, verschiedene Taubenarten und auch Raben gehören ebenfalls zur Vogelwelt auf El Hierro, wie auch Fischadler und Möwen. Eine Vielzahl an Schmetterlingsarten kann ebenfalls auf El Hierro bewundert werden.
Einige Froscharten, zwei unterschiedliche Arten von Eidechsen und auch Geckos leben ebenfalls auf der kleinsten Insel der Kanaren. El Hierro beheimatete ursprünglich auch eine urzeitliche, riesige Eidechsenart – die Lagarto gigante. Nachdem aber die Menschen irgendwann begannen, Jagd auf die Riesenexemplare von Eidechsen zu machen, um diese zu verspeisen, ging der Bestand erst drastisch zurück, bis sie komplett als ausgestorben galt. Im Jahr 1975 wurde eine ähnliche, aber kleinere Eidechsenart, gefunden, die eine Länge von 75 cm hatte und deren kleine Population auf der Insel seither unter Naturschutz gestellt wurde – die urzeitliche Rieseneidechse soll eine Länge von 1,5 Metern erreicht haben.


Küste


Die knapp 100 km lange Küste hat nur wenige Regionen mit Sandstrand. Der Großteil der Küste von El Hierro ist mit Steilklippen gesäumt. Vereinzelt bieten sich traumhafte Buchten und Lagunen zum Baden an – wie zum Beispiel Charco Manso im Norden der Insel und Charco Azul im Südwesten von El Hierro. Die Insel El Hierro ist keine typische Insel für Badeurlauber, die den Urlaub am Sandstrand genießen wollen. Entlang der schroffen Küste gibt es einige Naturschwimmbäder sowie die Lagunen und Buchten, die zu einem erfrischenden Bad im Atlantik einladen. Für Taucher und Wassersportler hat El Hierro ebenfalls besondere Highlights zu bieten. Die Landschaft der Insel macht El Hierro eher zu einem beliebten Reiseziel für Taucher, Wassersportler, Wanderer und Mountainbiker und natürlich für Naturfreunde.