Geschichte

 

El Hierro vor Christus


Um die Zeit der Antike gibt es zahlreiche Mythen und Legenden um El Hierro, aber keine nachgewiesenen Fakten über Besiedlungen der Insel El Hierro. Aufgrund der Funde von zahlreichen Concheros und auch Steinkreisen, die den frühzeitlichen Bewohnern der Kanaren als Rats- und Versammlungsplätze gedient haben, wird jedoch von einer weit zurückreichenden Besiedlung ausgegangen. Gerade diese Steinkreise sind typisch für die Steinzeit, die für diese Zwecke angelegt wurden. Es wird vermutet, dass die Insel El Hierro und die Kanaren bereits den Phöniziern bekannt war – erste Nachweise über Kenntnisse der Insel traten bei der Odyssee des Dichters Homer im 8. Jahrhundert vor Christus auf. Eine erste nachgewiesene Besiedelung der Kanaren und der Insel El Hierro fand erst nach dem 5. Jahrhundert vor Christus statt. Erste Siedler kamen vermutlich aus Nordwestafrika nach El Hierro. In dieser Zeit – so die Vermutungen der Experten – war auch die Verbindung der Kanarischen Inseln untereinander eher spärlich ausgeprägt. 
Der Name der Insel El Hierro kommt nicht von dem spanischen Wort für Eisen, das auf El Hierro zudem überhaupt keine Vorkommen aufweist. Die Ureinwohner dieser Kanarischen Insel nannten diese Esero, Fero oder auch Hero, wobei Esero und Fero mit den Bedeutungen für stark, fest oder hart übersetzt werden kann. Diesen Namen gaben sie der Insel vermutlich aufgrund der Wirkung wie ein überdimensionaler Felsblock inmitten des Meeres. Der Name Hero oder Hera dagegen hat in seiner Bedeutung mit Brunnen zu tun – dieser Name könnte aufgrund von fehlenden Vorkommen von Quellen auf der Insel zurückgehen, auf der es jedoch Brunnen gibt.

Geschichte von El Hierro nach Christus


Der Portugiesische König Alfonso IV. schickte im 14. Jahrhundert eine Expedition zu den Kanaren, um die bis dahin noch unerforschten Inseln erkunden zu lassen. In dem Bericht der Teilnehmer der Expedition wurde auch die Insel El Hierro erstmals schriftlich erwähnt. Laut diesem Dokument landeten die Seefahrer aus Lissabon im Jahr 1341 auf der Insel El Hierro, in dem der Kapitän das milde Klima und die Fruchtbarkeit begeistert beschrieb. Im Jahr 1405 landete dann Jean de Bethencourt, der Eroberer, im Süden der Insel El Hierro. Im Auftrag des Königs Enrique III. von Kastilien und Leon hatte er zuvor bereits die Kanareninseln Lanzarote und Fuerteventura erobert. Die ersten Eroberer der Insel trafen zu dieser Zeit noch auf eine steinzeitliche Kultur auf der Insel El Hierro. Die damals friedliche Herrschaft des Königs der Bimbachen, Armiche, soll der Eroberer Bethencourt durch eine List beendet haben, dies geht aus entsprechenden Überlieferungen hervor. Anstatt des versprochenen friedlichen Paktes nahm Bethencourt allerdings alle Bimbachen gefangen und der langen und friedlichen Existenz der Ureinwohner folgte nun Gewalt und Sklaverei. Die damals noch steinzeitliche Kultur ging rasch verloren und die Urbevölkerung musste sich der Kultur der Eroberer fügen und auch deren Religion annehmen. Schnell vermischten sich dann auch die Völker der Ureinwohner mit den Eroberern – oftmals auch unter Gewalteinfluss.

Bis zur Entdeckung Amerikas wurde El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt angesehen, also bis ins 15. Jahrhundert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Claudius Ptolemäus im Jahr 150 den Ferro-Meridian, der durch El Hierro verläuft, als Nullmeridian bezeichnete. Dieser Bezugsmeridian war Grundlage für die Ausrichtung zahlreicher Navigations- und Landkarten vom 17. bis hinein ins 19. Jahrhundert. Erst nach der Änderung Nullmeridians im Jahr 1884 mit dem Bezugspunkt Greenwich schwand die Bedeutung des ehemaligen Nullmeridians durch El Hierro. Die kartografischen Änderungen dauerten jedoch noch lange Zeit, bis alles auf ein einheitliches internationales System angepasst war.

Auf seiner 2. Reise machte Christoph Kolumbus nach La Gomera auch auf El Hierro einen Stopp, um den Wasservorrat und Nahrungsmittel aufzuladen.
Im 19. Jahrhundert gewann El Hierro zunehmend das Interesse von Madrid. Fortan diente El Hierro als Verbannungsinsel für unbequeme Politiker, Militärs und auch für unerwünschte Freigeister. Einer der Verbannten war Dr. Leandro Perez, der aus politischen Gründen ins Exil auf El Hierro geschickt wurde. Da dieser der erste Mediziner auf der Insel El Hierro war, profitierten die Inselbewohner von der Nutzung El Hierros als Verbannungsinsel. Entsprechend war der Mediziner bei der Bevölkerung der Insel El Hierro geachtet und angesehen.

Das Rathaus von Valverde brannte im Juli 1899 bei einem Großbrand vollkommen nieder, leider befand sich darin auch das seit dem Jahr 1553 geführte Inselarchiv. Dabei gingen natürlich auch zahlreiche bedeutende Dokumente über die Historik der Insel unwiederbringlich verloren. Etwa zur selben Zeit brach auch eine Pockenepidemie auf El Hierro aus und auf starke Regenfluten folgte eine extreme und lange Dürre, was zu ersten Auswanderungswellen führte.
Die ersten beiden Gemeinden Valverde und La Frontera entstanden im Jahr 1912 – seither durfte sich auch jede der Kanarischen Inseln selbst verwalten. Der erste Weltkrieg war auf der Insel gar nicht spürbar und auch der zweite Weltkrieg betraf die Insel El Hierro im Gegensatz zu den anderen Inseln kaum.
Bis zu den Jahren 1949 und 1950 kam es immer wieder zu größeren Auswanderungswellen auf El Hierro. Die Ziele der Auswanderer waren hauptsächlich Kuba, Venezuela und auch Puerto Rico.